Archiv für die Kategorie 'Diverses'

Tipps für angehende Schriftsteller von Janet Tashjian

17. April 2012

Tipps für angehende Schriftsteller von Janet Tashjian


Autorin der 'Larry'-Reihe

und der Buchvorlage zum Disney-Film

'Ein Tag mit meinem Bruder'


Vor einer Weile habe ich hier einen Artikle über das Buch "Die Welt, wie Larry sie sieht" veröffentlicht. Die Autorin und geistige Mutter des sympathischen, idelistischen "Larry" ist Janet Tashjian. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit engagiert sie sich sehr für den Autorennachwuchs. An Schulen in den vereinigten Staaten veranstaltet sie Kurse für kreatives und schulisches Schreiben und auch auf ihrer Homepage finden sich Tipps für den frühen Anfang einer Autorenkarriere.
Da nicht alle unsere Leser Englisch verstehen, habe ich Mrs. Tashjians Ratschläge übersetzt.
Die Originalliste gibt es auf Janet Tashjians Homepage in der Kategorie "Writing Tips".

 

Wann immer ich Schulen besuche, fragen mich die Schüler wie man Schriftsteller wird. Dies ist was ich ihnen sage.

Nimm an einer Schreibgruppe teil, spann einen Lehrer ein, finde einen Schreibkumpel – stell sicher, dass Du jemanden hast, der Dir für Unterstützung, Resonanz und Struktur zur Seite steht. (Gibt es irgendjemanden, der mit Deadline nicht besser arbeitet?) Schließ Dich mit Leuten zusammen, die ebenfalls schreiben wollen und spornt Euch gegenseitig an.

Versuch eine Routine zu finden. Für mich ist das Schreiben eine tägliche Übung wie meditation oder Yoga. (Oder ich werde stinkig, glaub mir.) Schon ein paar Minuten am Tag helfen es zur Gewohnheit werden zu lassen.

Frei nach Natalie Goldberg, in ihrem Buch 'Writing Down the Bones', schreib ruhig den größten Mist. mach dich nicht fertig, weil was Du geschrieben hast nicht perfekt ist. Akzeptiere die Tatsache, dass viel von dem was wir alle schreiben (besonders am Anfang) ist als würde man eine Heizung entlüften: Du lässt nur Dampf ab. Lass es raus, arbeite Dich durch, mach weiter. Erwarte nicht, dass was Du schreibst fantastisch wird. Die Tatsache, dass Du es überhaupt tust, ist ehrenwert.

Lies gute Autoren. Schlechte Bücher werden Dir nicht helfen, gute Bücher schon. Fordere Dich selbst. Mach Dir Notizen darüber, was der Autor tut das >für Dich als Leser< funktioniert. Versuch es dann selbst, pass es an, spiel damit. Lerne von anderen Autoren.

Sei in Deinen Werken konkret. Verwende Details, die der Leser >vor seinem Inneren Auge< sehen kann. (Nicht "Ich mochte Omas Küche." sondern "Ich konnte kaum den Griff des Kühlschranks sehen, vor lauter Souvenir-Magneten an der Tür. Niagara Fälle, Grand Canyon – Blieb Oma denn nie Zuhause?")

Suche nach seiner eigenen Stimme und den Stimmen der Menschen, die seine Geschichten bevölkern. Eine starke Stimme ist die Haupt-Zutat eines bemerkenswerten Charakters.

Wenn es langweilig klingt, wenn Du es laut liest, ist es wahrscheinlich auch langweilig für den Leser. Hab keine Angst davor von vorn anzufangen und neues Leben in die Geschichte zu pumpen.

Wenn Du zweifelst, schreibe einen wahren Satz. (Wenn das für Ernest Hemmingway funktioniert hat, kann es auch für Dich funktionieren.) Nach diesem einen wahren Satz, schreib einen anderen. Dann noch einen. Bücher werden Wort für Wort, Satz für Satz, Ansatz für Absatz, Kapitel für Kapitel geschrieben. Sei nicht überwältig von der gigantischen Aufgabe vor Dir. Schreib ein Wort nach dem anderen und schlussendlich wirst Du ankommen.

Ich habe mir diese kleine Liste abgespeichert und lese sie dann und wann. Zur Erinnerung.

Leipziger Buchmesse 2012 – Teil 4

19. March 2012

 

Leipziger Buchmesse 2012 – Teil 4

 

15. bis 18. März

 

-Teil 1- -Teil 2- -Teil 3-

 

Ein Messe-Bereich, der gefühlt jedes Jahr zunimmt, sind die Vertreter des Fantasy-Genre. Mehr und mehr kleine Verlage widmen sich dem weiten Feld von Fantasy und Mystery.

Unumgänglich natürlich die neue Tolkien-Verfilmung 'Der Hobbit', die diesen Dezember in die Kinos kommen wird. Die 'Tolkien Times – Zeitung aus Mittelerde' des Klett-Cotta-Verlags bot Hintergrundinformationen zu Produktion und Handlungsinhalt. Außerdem stellten Zeitung und Stand William Horwoods 'Hyddenworld' mit einem Auszug aus dem Roman und einem Poster vor. Die Leseprobe macht den Leser mit drei Herren und einen Jungen bekannt. Der Größte von ihnen, Brif, bringt es auf beinahe einen Meter Körperhöhe. Sie sind auf Reisen und erwachen von der nächtlichen Rast. Etwas ist Seltsam. Es ist der Junge, Bedwyn, der neugierig vorangeht um herauszufinden, was sich da drüben im Nebel verbirgt.


Ein magischer Krimi ist die Neuerscheinung 'Der Rosenmagier I – Verschwörung im Wolkenschloss'. Nur der Rosoboziom-Orden bewahrt noch das magische Wissen, das dem ganzen Volk Meriliens einst vom Rosenmagier geschenkt worden war. In ihrem Jugendroman lässt nun Autorin Bettina Weber den Novizen Pirino auf die Spur einer Verschwörung kommen und schickt ihn und seine Begleiter auf eine gefährliche Suche nach der Wahrheit. Dieses Buch präsentiert der NOEL-Verlag.


Die Vorstellung des Romans 'Die Nachtmahr Traumtagebücher' von Jean Sarafin begleitet Elysion-Books mit einem Gewinnspiel (Einsendeschluss 31. März. 2012).

Es gibt einen Trailer auf der Webseite, der die Lösung zum Rätsel birgt.


Das Literaturhaus Stuttgart lud mit Runen-geschmückten Postkarten zum Fantastik Festival 'Dragon Days' vom 5. bis zum 8. Juli 2012.


Der thematisch fantastisch gestaltete Stand von Amizaras Editions zog Besucher wohl besonders durch das wunderschön gebundene und reich-illustrierte Buch 'Aschamdon' dem ersten Band der Amizaras-Chronik an.

"Aschamdon ist der Auftakt der außergewöhnlichen Amizaras-Chronik. Ein Lesevergnügen für Freunde finsterer Geheimnisse, dunkler Mächte und blutiger Auseinandersetzungen mit übermenschlichen Wesen."

Die Inhaltsangabe klingt düster und sehr spannend, was durch die über 200 Illustrationen auf 720 Buchseiten untermalt wird. Wer möchte nicht den Schlüssel zu grenzenloser Macht in Händen halten, besonders wenn das ein Entkommen aus der Psychiatrischen Anstalt bedeutet? Auch man dafür einen Pakt mit dunklen Wesen schließen muss.


Wolfgang Zicklers 'Der siebte Kristall' wird von Safeline-Media vertrieben und ist die humor- und fantasievolle Geschichte des 12-jährigen Basti. Ein geheimnisvoller Mann zeigt ihm eine Welt neben dem langweiligen Dorfleben: Die Welt der Träume. Es soll Bastis Aufgabe sein, den Baum der Elemente zu finden und einen der Kristalle in der Goldenen Sichel zu ersetzen. Monster, Druiden und Fabelwesen säumen seinen Weg, Schneckentaxis und seine besten Freunde erleichtern ihn.


Das Schwert & Feder – Verlagsprogramm war mein persönlicher Favorit. Neben Rollen- und Erzählspielen wie 'Engel' oder 'Warhammer' bietet der Verlag eine große Bandbreite an Belletristik.

Ob Vampire, düstere Parallelwelten oder Steampunk, es ist für jeden etwas dabei.

Schon der Begriff 'Fantasy-Noir' hat etwas. Das so beschriebene Buch ist ein übernatürlicher Krimi: Jim Butchers'Weiße Nächte'. Eine Detektivgeschichte um Harry Dresden, dem einen Mörder einen Gruß hinterlässt und der schließlich die Unschuld seines Bruders beweisen muss, während jemand nach und nach die Magier Chikagos umbringt.


Auch ein 'Steampunk-Krimi' ist etwas Neues für mich. 'Maschinengeist' ist ein Roman von Chris Schlicht und spielt 1899 in dem enormen Stadtkomplex, zu dem Frankfurt und Wiesbaden verschmolzen sind. Arm und Reich könnten nicht weiter voneinander getrennt existieren, was der Handlungskulisse eine sozialkritische und düstere Note verleiht. Auch wenn Privatermittler Langendorf seine Auftraggeber in der gehobenen Gesellschaft findet, werden Abstiege in das rauch-verpestete, raue Leben unumgänglich sein.


Die Romanvorlage zur erfolgreichen TV-Serie 'True Blood' ist ebenfalls bei Schwert & Feder verlegt. Die Romane 'Vorübergehend tot', 'Untot in Dallas' und 'Club Dead' handeln von Telepatin Sookie Stackhouse, die die Gedanken anderer Menschen als störender empfindet, als die recht gewöhnlichen Vampire und Werwölfe der Gegend. Dann lernt sie Bill kennen, der ein Vampir ist und dessen Gedanken sie nicht lesen kann.

Auch ihre Krimis um Aurora Teagarden zeichnet sich durch ihre witzige und lockere Schreibweise aus. Von Aurora gibt es inzwischen drei Geschichten: Band 1 ist 'Echte Morde', Band 2 'Knochenerbe' und Band 3 'Drei Zimmer, Leiche, Bad'.

In 'Stummer Zorn' strebt Ex-Model Nickie Callahan eine Karriere als Schriftstellerin an. Eine Mordserie funkt ihr erst einmal dazwischen.


Auch die 'Nightside'-Reihe klingt nach finsteren und äußerst Spannenden Krimis zwischen zwei Welten. Einstmals der Parallelwelt 'Nightside' entkommen und dort zur Legende geworden, führt sein übernatürlicher Spürsinn Privatdetektiv John Taylor unweigerlich immer wieder dorthin zurück. Autor Simon R. Green kreiert in seinen Büchern eine ganz eigene schräge und düstere Welt im Herzen Londons.


Auch der amerikanische Kinder- und Jugendbuchautor Thomas A. Barron hielt eine Lesung. Seine 'Merlin'-Reihe feierte auch in Deutschland große Erfolge und auch ohne Dolmetscher konnte er sich mit Gestik und Mimik seinem Publikum verständlich machen. Auf der Messe brachte er nicht nur 'Merlins Drache' seinen jungen Lesern ein wenig näher, sondern stellte auch eine weitere Buchserie vor: 'Die Zauberer von Avalon', eine Zeitreiseabenteuer und der Kampf um Avalon in mehreren Bänden.

Barron beschrieb mit Hingabe den Gedankenfluss seines Schreibens und gab den Zuhörern eine phantasievolle Metapher mit auf den Weg:

Ein Buch ist wie ein Schiff. Der Autor baut es Stück für Stück aus Worten und Ideen zusammen und lässt es Segelsetzen. Wohin es getrieben wird, kann er dann nicht mehr beeinflussen. Ihm bleibt nur zu hoffen, dass die Leser darauf reisen werden.


Die Messe:

Wenn Game-Charaktere, Gothic Lolitas und Furries die großen Bahnstationen bevölkern und man in Zügen und Bahnen kaum genug Platz zum Atmen hat, dann ist wieder einmal Buchmessezeit in Leipzig. Die größte Leser-Messe Deutschlands hat auch dieses Jahr eingeladen und Tausende folgten ihrem Ruf – trotz abermals gestiegener Eintrittspreise.

An den Samstagen ist es jedes Jahr besonders voll und warm. Freundliche Mitbesucher und liebevoll gestaltete Stände machen das allemal wett.

Um die vorderen Kassen zu entlasten, transportierten Busse Besucher bequem um das Gebäude zu den hinteren Kassen.

Die Lagepläne hätten besser verteilt und leichter auffindbar platziert sein können. Ich wurde zwei mal um meinen Plan gebeten, damit sich Besucher kurz orientieren konnte. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich auch mit dem Plan einige Male verlaufen habe.


Dieser kleine Bericht erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind die Bücher, Bilder und Stände, die mir aufgefallen sind. In Anbetracht der über 1000 Stände ein verschwindend geringer Teil – und ganz ohne die hunderten CosPlayer zu würdigen, die sich wie ein bunter Vogelschwarm um den Teich im Hof sammelten, richtig zu würdigen oder die atemberaubenden antiken Bibeln zu erwähnen.

Leider hatte ich nur einen Tag und ein Paar Füße zur Verfügung.


Am Ende rang mir doch die Mitarbeiterin des Esslinger-Verlags Bewunderung ab: Vier Tage Messe. Am Mittwoch Standaufbau ab 7 Uhr morgens und am Sonntagabend mit dem Flieger zurück nach Hause. Ich hoffe, alle Verlagsvertreter können diesem Stress ebenso etwas Gutes abgewinnen, haben Zeit gefunden ein wenig Leipzig zu sehen und freuen sich über den direkteren Kontakt zu Lesern, den die Leipziger Buchmesse bietet.

 

Leipziger Buchmesse 2012 – Teil 3

19. March 2012

 

Leipziger Buchmesse 2012 – Teil 3

 

15. bis 18. März

 

-Teil 1- -Teil 2- -Teil 4-

 

Und wo wir gerade von John Hart sprechen: Er war für ein Interview in der LVZ Autoren-Arena geladen. Mit der Moderation und Übersetzung von Nina May sprach der Autor über sein neustes Buch 'Das eiserne Haus' ebenso wie über seine Werke, das Schreiben und seine Person allgemein. Da es in seinen Romanen so oft um kaputte Familien geht, lagen den Lesern besonders Fragen zu seinem eigenen Familienleben am Herzen. John Hart, diese Fragen offensichtlich gewöhnt, antwortete lächelnd mit einer Anekdote: Sein Vater wird selbst dann und wann darauf angesprochen, was denn passiert sei, dass sein Sohn ihn so „hasse“. Hart versprach ihm darum, in seinen nächsten Büchern mit seinen Vaterfiguren umzugehen. Dies sei bereits in 'Das eiserne Haus' umgesetzt.

 

Zeitgleich hielt Myk Jung auf der Leseinsel Junge Verlage eine Lesung. Er stellte seine 'Herr der Ringe'-Parodie 'Herr der Ohrringe' vor. Seine Stimme trug weit und lockte so viele Besucher zur Leseinsel. Seine gewitzten und witzige Formulierungen hielten sie fest. Musiker, Kolumnist und Autor Myk Jung erfindet den Tolkien-Stoff nicht neu, er verneigt sich davor, schnappt ihn sich und läuft damit einen Slapstick-Parkour. Wer ihn in Leipzig verpasst hat, kann sich eine weitere Lesung am 31. März in Rodgau anhören.

 

In Halle 4, zwischen einem weiteren, pastellgrünen Forum von 'Leipzig liest' und dem gelben, amerikanischen Schulbus, gab es literaturcafe.de. Dieses bot auch außerhalb der Vorträge und Diskussionsrunde Ansprechpartner für angehende und frischgebackene Autoren. Der spartanisch mit Stühlen und Info-Monitoren bestückte Stand von readbooks.de war gleich gegenüber und leser-welt.de war ebenfalls vertreten. Spätestens hier wurde einem bewusst, was für ein wachsender Markt Online-Verlage und Online-Buchhandlungen sind.

In dieser Runde befand sich auch die Autoren-Lounge, deren Wände schwarz-weiße Portraitaufnahmen verschiedener moderner Autoren schmückten.

Am Forum leipzig.liest.digital war ich rechtzeitig für die Gesprächsrunde 'Wie finde ich den richtigen Verlag für mein Manuskript'. Teilnehmer waren Autoren und Lektoren Bruno C. Back, Hans-Gerd Koch, Maria Koettnitz und Tanja Dückers. Es ist eine Tatsache, und ein Grund erheblicher Frustration für Autoren, das 90% der ungefragt eingeschickten Manuskripte von Verlagen abgelehnt werden; die meisten ungelesen. Aber wie komme ich dann an einen Verlag? Eine Autorin und ein Lektor empfehlen, sich an eine Literatur-Agentur zu wenden. Ein Manuskript an den Wunschverlag und wenn das nicht klappt, ist die Agentur die stressarme und erfolgversprechendste Lösung.

 

Halle 4 war auch das Zentrum der Buchhändler, in Form der Buchhändlerlounge, und der Azubis in spe. Hier fanden sich neben der Ausbildbar und dem Fachforum viele Stände, die sich mit Ausbildungsmöglichkeiten in jedem denkbaren Bereich des Buchmarkes beschäftigten und gern für Beratung zur Verfügung standen.

 

Der Querverlag denkt praktisch: Die Rückseite des Falthefts mit dem Verlagsprogramm ist ein Bestellschein. Das Programm rangiert von simpler Belletristik bis zu soziologischen Abhandlungen über das Leben schwuler und lesbischer Menschen und ihrer Familie. Heiße Sexgeschichten wie die 'Hiebe und Triebe'-Reihe gibt es ebenso wie Erfahrungsberichte der Kinder schwuler und lesbischer Paare ('Regenbogenfamilien' Gespräche mit Töchtern und Söhnen schwuler und lesbischer Eltern, 'Das lesbisch-schwule Elternbuch' Ein Ratgeber zu Kinderwunsch und Elternschaft) oder Coming-Outs, oder ein Handbuch für erotische Massagen.

 

Bei readbox.net gab es Karten mit RC-Codes, die das Herunterladen von Leseproben ermöglichen. Die dort beworbenen Bücher waren ein Querschnitt durch die Genres.

Die Karten haben Adresszeilen und Platz für Briefmarken, für jene, die eine Buchempfehlung gleich verschicken möchten. Das Buchcover ist abgebildet, ebenso gibt es eine Kursbeschreibung (ausführlicher als unten eingefügt) zum Roman inklusive Kaufpreis und Internetadresse für Code-freies „Anlesen“:

 

'Platinblondes Dynamit' von Jörg Juretzka stellt uns einen Autor von Schund-Krimis vor, der, um seine Karriere zu Retten, irgendwie eine glaubwürdige, weibliche Hauptfigur erschaffen muss. Eine nicht problemlos 180°-Drehung weg von seinem bisherigen Helden.

 

In Markus Saischeks 'Mit Blut geschrieben' macht sich ein junger Journalist auf die Suche nach dem Ursprung eines uralten Vampir-Romans. Mit haarsträubendem Resultat.

 

Ein Rockstar fällt betrunken von der Bühne und stirbt. Aber so einfach machen ihm die Autoren Oliver Dreyer und Sebastian Bütter das rocken mit Jimmy Hendrix & Co nicht. Schließlich hätten sie sonst keine Handlung für 'Hidden Tracks'.

 

Kurios und clever: Das Brockhaus-Buch 'Was so nicht im Lexikon steht' erzählt uns eben dieses.

 

In der 'Walpurgisnacht' wird ein Mann getötet. Karoline Eisenschenk lässt ein niederbayrisches Idyll gewaltig brodeln.

 

Simon Cross' 'Es wird dich rufen' konfrontiert Protagonisten Mike Dorbach mit einem jahrhundertealten bretonischen Geheimnis.

Leipziger Buchmesse 2012 – Teil 2

19. March 2012

 

Leipziger Buchmesse 2012 – Teil 2

 

15. bis 18. März

 

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Übergreifende Themen für jede komplette Halle zu finden, ist schwer bis unmöglich. Während sich Halle 2 den Hauptthemen Kinder- und Jugendliteratur und Manga/Anime/Japanische Kultur widmete, ist es schwer, sich bei Halle 3 auf nur zwei oder drei Hauptthemen zu beschränken.

 

Hier fand man einen großen Bereich – von ARD und MDR in stylisch gerundeter und mit Neonröhren farbig beleuchteter Kulisse dominiert – der sich mit Hörbüchern aller Art befasste. Eine Hörspielarena und eine Hörbuchhandlung, sowie verschiedene Ausstellungen und Foren gaben einen umfassenden Überblick über das bestehende Angebot und Neuerscheinungen.

Auch ein verhältnismäßig kleiner Bereich religiöser Literatur fand sich hier, wo ein Titel wie 'Jesusfreak – Leben zwischen Kiez, Koks und Kirche' von Martin Dreyer doch recht spannend klangt.

 

Die Zeitschrift der Stiftung Warentest ist nur ein Beispiel für viele Zeitungen und Zeitschriften, die für die Messebesucher Abo-Sonderangebote bereit hielten.

Über die Hallen verteilt, befanden sich Plattformen von 'Leipzig liest', in Halle 3 in Form des Forums 'buch-aktuell'.

Es gab eine Reihe Stände unter dem Label des Forum Seelische Gesundheit, einer Initiative verschiedener Verlage, die sich mit Psychologie, Psychiatrie und Gesellschaft befasst.

Ebenfalls möchte ich den immer wieder faszinierenden Bereich 'Schönste Bücher aus aller Welt' nicht unterschlagen. Dort gibt es Bücher aus allerhand Ländern in den Landessprachen. Ein Sammelsurium von Genres und Autoren, die, vorausgesetzt man ist der jeweiligen Sprache mächtig, einen hautnahen Blick auf die literarische und damit gesellschaftliche Landschaft bieten.

 

Zeichner, Fotographen und Illustratoren fühlten sich sicher hier am Wohlsten.

 

Die Buchbinder Landesinnung verschaffte Besuchern einen Einblick in die Anfänge des Buchdrucks – auch als Teil des LBM-Karrieretags Buch & Medien im Congress Center Leipzig. Eine Ausstellung verschiedener Papierarten (inklusive handgeschöpfter Bögen) war ebenso zu bewundern wie verschiedene Druckgerätschaften. Man hielt Vorträge und Demonstrationen. An einer 'Dietz & Listing' wurden auf Wunsch Lesezeichen mit einer Goldprägung versehen.

 

Auch die 18. Leipziger Antiquitätsmesse, die inzwischen ihren festen Platz als Messe in der Messe hat, bot einen Blick in die Literaturgeschichte, zum Stöbern und Schmöckern und natürlich auch für die heimische Sammlung Erstehen.

Nur für Fachbesucher, und darum von riesigen Buntstiften auf putzige Weise abgetrennt, war der Filu-Bereich für Buchkünstler und Fotographen.

 

Ein, in meinen Augen, besonders schönes Stück wurde am Stand der Universität Weimar vorgestellt: 'Salomé' von Franziska Schulz. Dieses Pop-Up-Bilderbuch wurde für ihre Diplomarbeit angefertigt. Ein wunderschön schaurig illustriertes Buch, das durch Rädchen eine gewisse Interaktivität gewinnt.

 

Auch verteilte das Literaturhaus Hamburg Flyer, die für 'Sprechende Bilder' wirbt. Die Graphic-Novel-Tage unter diesem Titel finden vom 10. bis 13. April 2012 in Hamburg statt. Unter anderem haben sich große Namen wie Ralf König und Ulli Lust angemeldet. Ebenso Marc-Antoine Mathieu und Posy Simmonds um nur einige zu nennen.

Für die Workshops wird eine Voranmeldung nötig sein.

 

Postkarten, Drucke und Illustrationen beherrschten diesen Bereich der Halle. Postkarten scheinen ein ganz besonders beliebtes Souvenier und Mitbringsel zu sein. So sehr sogar, dass hier ein Postkarten aufgebaut war, ein Platz, an dem man Postkarten vor Ort beschriften und aufgeben konnte.

Kunsthandwerk gab es ebenfalls zu Bestaunen und zu Kaufen. Stände mit bemerkenswert figürlichen Seidenmalerein und Lederkunst fügten sich nahtlos ein.

 

Auf der Bühne des Lesecafe 'buch+art' gab es Aktionskunst. Gedichte – manche im Rhythmus einem Rap nicht unähnlich – wurden ebenso vorgetragen wie Bauchrednervorstellungen und Lesungen. Das gab es bequem zu Getränken und Snacks. Eine Pause für die beanspruchten Beine muss auf der Leipziger Buchmesse nicht zwangsläufig eine Pause vom Eindrückesammeln sein.

 

Was Halle 2 mit Lernspielen und Schulbüchern anfing, setzt sich hier mit der Buchmesse Akademie und mehreren Universitäts-Verlage fort.

Die UTB GmbH bietet Hilfe rund ums Studium. Auf der Webseite findet sich ein Shop für Lehrbücher und Hilfsmaterial ebenso wie ein Dozentenservice. Man findet verschiedene Bibliotheks- und Lehrmittelverzeichnisse und kann sich zum Umgang mit Prüfungsangst und Informationsflut ebenso beraten lassen, wie zu Schreibblockaden bei wissenschaftlichen Arbeiten.

 

Im Sachbuch-Forum gab Manfred J. Poggel eine Lesung zu seinem Autobiographischen Buch 'Möbius Parkinson – Meine Heilung ohne Chemie'. Ein Erfahrungsbericht über Erkrankung, Leiden und eine erstaunliche Genesung, der ebenso Hilfe zur Früherkennung wie Hoffnung auf Heilung geben soll.

 

Doch auch zwischen all den antiken Sehenswürdigkeiten und künstlerischen Meisterwerken und Fachliteratur gab es belletristische Neuheiten. Eine große Promo des Bertelsmann-Verlags galt beispielsweise John Harts neuem Roman 'Das eiserne Haus'. Der mit dem Edgar-Allan-Poe-Award prämierte Autor landete schon mit seinem Erstlingswerk 'Der König der Lügen' einen Hit und hat seither mit jedem Folgeroman seinen Erfolg zementiert. Für eine Leseprobe einfach hier klicken: 'Das eiserne Haus'

Leipziger Buchmesse 2012 – Teil 1

19. March 2012

 

Leipziger Buchmesse 2012 – Teil 1

 

15. bis 18. März

 

-Teil 2- -Teil 3- -Teil 4-

 

 

Dieses Jahr waren 2071 Verlage aus 44 Ländern an über 1000 Ständen auf der LBM vertreten. Das bedeutet einen Zuwachs von 8% im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem kleine, unabhängige Verlage machen diesen Anstieg aus, was erfrischend ist – und erstaunlich, wo man doch so oft von aussterbender Lesekultur hört.

Vor allem Belletristik, Kinderbuch- und digitale Verlage haben die Gelegenheit genutzt, sich der breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

 

Wie immer sorgte Halle 2, in der auch diesmal die Anime-Manga-Stände untergebracht waren, für den größten Andrang. Sie nahmen etwa die Hälfte der Halle ein und man konnte zwischen Anime-Kino, Japanischem Teegarten, Rollenspiel- und Go-Bereich locker einen ganzen Tag verbringen.

Es gab am Samstag, dem Cosplay-Tag, einen Cosplay-Wettbewerb, der die oben erwähnten Gestalten anlockte. Die Kostüme rangierten, wie jedes Jahr, von simpel zusammengeworfenen Kleidungsstücken bis zu beeindruckenden Konstrukten, die ebenso aufwendig wie unpraktisch aussahen.

 

Die Stände selbst waren vielfältig, die Preise moderat – vorausgesetzt man schaffte es, an den Stand vorzudringen, was einiges an Geduld und eine unbedingte Resistenz zu Platzangst erforderte.

Überall gab es kleine Gewinnspiele und Teilnehmerkarten für Wettbewerbe, sowie allerlei Gratis-Leckerchen, von Verlagsprogrammen und Postkarten über Poster bis hin zu Anhängern und Lesezeichen.

 

Der KAZE-Verlag (Verleger von DVDs, z.Bsp. 'Oh! My Goddess', 'Das Mädchen, das durch die Zeit sprang', 'Kickers') verteilte Buttons und Poster zur neusten Errungenschaft, dem 'Blue Exorcist'-Manga. Außerdem wurden Leseproben für die Manga-Neuerscheinungen 'Akuma to Love Song' – Böse Mädchen haben keine Lieder, Shonen Jump Manga 'Toriko', 'Nura – Der Herr der Yokai' und Büro-Affaire mit Biss 'Midnight Secretary', sowie den erwähnten 'Blue Exorcist'-Manga vergeben.

 

Von EMA-Ableger Sushi&Seafood gab es Schlüsselanhänger und Gewinnspielkarten für eine Schnitzeljagt auf der Messe und der Manganet- Facebookseite , mit einer Reise zum Japantag als Hauptgewinn.

 

Für die Autoren interessant ist, in diesem Zusammenhang, ein Schreibwettbewerb des LYX – Verlags (wie EMA auch zur Egmont – Verlagsgesellschaft gehörig) unter dem Titel '5 Jahre – 5 Geschichten'. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2012, also lohnt es sich auf jeden Fall noch, mal vorbeizuschauen.

 

Einen recht kleinen Stand hatten die JapanFoundation. Hier wurde nicht nur das Programm vorgestellt, sondern man bot auch Kultur zum Lernen und Mitmachen. Das Japanische Haus e.V. veranstaltete im Rahmen der Messe eine Eröffnungsfeier am Donnerstag nach der Messe. Es gab am Freitag und Samstag Manga-Workshops und ein Japanologie-Symposium des Ostasiatischen Instituts der Uni Leipzig.

 

Wer dafür keine Zeit gefunden hat, für den ist noch nicht alles verloren: Am Samstag, dem 31. März kann man das Maid Cafe noch einmal besuchen. So lange gibt es auch die Ausstellung noch, mit der Das Japanische Haus seit dem 15. März lockt.

Ebenfalls in Halle 2 untergebracht waren die Kinderbuchverlage und auch sie hatten einige Neuheiten zu bieten. Viele Stände waren interaktiv angelegt, mit Spielen und Büchern zum Anfassen und Leseecken für die ganz Ungeduldigen.

Anlässlich des Karl-May-Jahres 2012 (sein Geburtstag jährt sich zum 170. Mal, der Todestag zum 100. Mal) hat nicht nur der TraumFänger-Verlag seinen Werken und seinem Erbe einen Bereich gewidmet. Schon beim betreten der Halle grüßte ein Indianer-Banner die Besucher.

 

Die Bertelsmann-Tochter WissenMedia GmbH hatte Literaturcomics im Gepäck. Die Idee, Kindern große Literatur in Bildern leicht verständlich näher zu bringen, ist sicher nicht neu. Die Qualität jedoch überzeugt und bietet mehr als nur die Geschichte. Die Bücher bieten zusätzlich Hintergrundinformationen zur Handlung, zum Autor, zur Entstehungszeit und der Handlungsumgebung. Die Zeichnung sind angenehm reif und bieten für Kinder ab 10 Jahren einen guten Zugang zu Weltliteratur von bekannteren Abenteuern wie 'Robinson Crusoe' bis zu den weniger gelesenen wie Homers 'Odyssee'.

 

Aber Nicht nur an den heranwachsenden Lesern ist den Verlagen gelegen. Viele Aktionen richteten sich an den Autorennachwuchs. Schon die Kleinen werden ermutigt, selbst Geschichten zu schreiben und illustrieren.

 

Am Freitag lasen Kinder der Leipziger Buchkinderwerkstatt  aus ihren eigenen Geschichten vor und es gibt nun auch Vereine wie Buchkinder Leipzig e.V., die Bücher von Kindern für Kinder in Heftform drucken.

 

 

Quellen: http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2012/03/08/kleine-verlage-draengen-nach-leipzig.htm, http://www.buchjournal.de/521278/)

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