Flinn 19. March 2012
Leipziger Buchmesse 2012 – Teil 4
15. bis 18. März
-Teil 1- -Teil 2- -Teil 3-
Ein Messe-Bereich, der gefühlt jedes Jahr zunimmt, sind die Vertreter des Fantasy-Genre. Mehr und mehr kleine Verlage widmen sich dem weiten Feld von Fantasy und Mystery.
Unumgänglich natürlich die neue Tolkien-Verfilmung 'Der Hobbit', die diesen Dezember in die Kinos kommen wird. Die 'Tolkien Times – Zeitung aus Mittelerde' des Klett-Cotta-Verlags bot Hintergrundinformationen zu Produktion und Handlungsinhalt. Außerdem stellten Zeitung und Stand William Horwoods 'Hyddenworld' mit einem Auszug aus dem Roman und einem Poster vor. Die Leseprobe macht den Leser mit drei Herren und einen Jungen bekannt. Der Größte von ihnen, Brif, bringt es auf beinahe einen Meter Körperhöhe. Sie sind auf Reisen und erwachen von der nächtlichen Rast. Etwas ist Seltsam. Es ist der Junge, Bedwyn, der neugierig vorangeht um herauszufinden, was sich da drüben im Nebel verbirgt.
Ein magischer Krimi ist die Neuerscheinung 'Der Rosenmagier I – Verschwörung im Wolkenschloss'. Nur der Rosoboziom-Orden bewahrt noch das magische Wissen, das dem ganzen Volk Meriliens einst vom Rosenmagier geschenkt worden war. In ihrem Jugendroman lässt nun Autorin Bettina Weber den Novizen Pirino auf die Spur einer Verschwörung kommen und schickt ihn und seine Begleiter auf eine gefährliche Suche nach der Wahrheit. Dieses Buch präsentiert der NOEL-Verlag.
Die Vorstellung des Romans 'Die Nachtmahr Traumtagebücher' von Jean Sarafin begleitet Elysion-Books mit einem Gewinnspiel (Einsendeschluss 31. März. 2012).
Es gibt einen Trailer auf der Webseite, der die Lösung zum Rätsel birgt.
Das Literaturhaus Stuttgart lud mit Runen-geschmückten Postkarten zum Fantastik Festival 'Dragon Days' vom 5. bis zum 8. Juli 2012.
Der thematisch fantastisch gestaltete Stand von Amizaras Editions zog Besucher wohl besonders durch das wunderschön gebundene und reich-illustrierte Buch 'Aschamdon' dem ersten Band der Amizaras-Chronik an.
"Aschamdon ist der Auftakt der außergewöhnlichen Amizaras-Chronik. Ein Lesevergnügen für Freunde finsterer Geheimnisse, dunkler Mächte und blutiger Auseinandersetzungen mit übermenschlichen Wesen."
Die Inhaltsangabe klingt düster und sehr spannend, was durch die über 200 Illustrationen auf 720 Buchseiten untermalt wird. Wer möchte nicht den Schlüssel zu grenzenloser Macht in Händen halten, besonders wenn das ein Entkommen aus der Psychiatrischen Anstalt bedeutet? Auch man dafür einen Pakt mit dunklen Wesen schließen muss.
Wolfgang Zicklers 'Der siebte Kristall' wird von Safeline-Media vertrieben und ist die humor- und fantasievolle Geschichte des 12-jährigen Basti. Ein geheimnisvoller Mann zeigt ihm eine Welt neben dem langweiligen Dorfleben: Die Welt der Träume. Es soll Bastis Aufgabe sein, den Baum der Elemente zu finden und einen der Kristalle in der Goldenen Sichel zu ersetzen. Monster, Druiden und Fabelwesen säumen seinen Weg, Schneckentaxis und seine besten Freunde erleichtern ihn.
Das Schwert & Feder – Verlagsprogramm war mein persönlicher Favorit. Neben Rollen- und Erzählspielen wie 'Engel' oder 'Warhammer' bietet der Verlag eine große Bandbreite an Belletristik.
Ob Vampire, düstere Parallelwelten oder Steampunk, es ist für jeden etwas dabei.
Schon der Begriff 'Fantasy-Noir' hat etwas. Das so beschriebene Buch ist ein übernatürlicher Krimi: Jim Butchers'Weiße Nächte'. Eine Detektivgeschichte um Harry Dresden, dem einen Mörder einen Gruß hinterlässt und der schließlich die Unschuld seines Bruders beweisen muss, während jemand nach und nach die Magier Chikagos umbringt.
Auch ein 'Steampunk-Krimi' ist etwas Neues für mich. 'Maschinengeist' ist ein Roman von Chris Schlicht und spielt 1899 in dem enormen Stadtkomplex, zu dem Frankfurt und Wiesbaden verschmolzen sind. Arm und Reich könnten nicht weiter voneinander getrennt existieren, was der Handlungskulisse eine sozialkritische und düstere Note verleiht. Auch wenn Privatermittler Langendorf seine Auftraggeber in der gehobenen Gesellschaft findet, werden Abstiege in das rauch-verpestete, raue Leben unumgänglich sein.
Die Romanvorlage zur erfolgreichen TV-Serie 'True Blood' ist ebenfalls bei Schwert & Feder verlegt. Die Romane 'Vorübergehend tot', 'Untot in Dallas' und 'Club Dead' handeln von Telepatin Sookie Stackhouse, die die Gedanken anderer Menschen als störender empfindet, als die recht gewöhnlichen Vampire und Werwölfe der Gegend. Dann lernt sie Bill kennen, der ein Vampir ist und dessen Gedanken sie nicht lesen kann.
Auch ihre Krimis um Aurora Teagarden zeichnet sich durch ihre witzige und lockere Schreibweise aus. Von Aurora gibt es inzwischen drei Geschichten: Band 1 ist 'Echte Morde', Band 2 'Knochenerbe' und Band 3 'Drei Zimmer, Leiche, Bad'.
In 'Stummer Zorn' strebt Ex-Model Nickie Callahan eine Karriere als Schriftstellerin an. Eine Mordserie funkt ihr erst einmal dazwischen.
Auch die 'Nightside'-Reihe klingt nach finsteren und äußerst Spannenden Krimis zwischen zwei Welten. Einstmals der Parallelwelt 'Nightside' entkommen und dort zur Legende geworden, führt sein übernatürlicher Spürsinn Privatdetektiv John Taylor unweigerlich immer wieder dorthin zurück. Autor Simon R. Green kreiert in seinen Büchern eine ganz eigene schräge und düstere Welt im Herzen Londons.
Auch der amerikanische Kinder- und Jugendbuchautor Thomas A. Barron hielt eine Lesung. Seine 'Merlin'-Reihe feierte auch in Deutschland große Erfolge und auch ohne Dolmetscher konnte er sich mit Gestik und Mimik seinem Publikum verständlich machen. Auf der Messe brachte er nicht nur 'Merlins Drache' seinen jungen Lesern ein wenig näher, sondern stellte auch eine weitere Buchserie vor: 'Die Zauberer von Avalon', eine Zeitreiseabenteuer und der Kampf um Avalon in mehreren Bänden.
Barron beschrieb mit Hingabe den Gedankenfluss seines Schreibens und gab den Zuhörern eine phantasievolle Metapher mit auf den Weg:
Ein Buch ist wie ein Schiff. Der Autor baut es Stück für Stück aus Worten und Ideen zusammen und lässt es Segelsetzen. Wohin es getrieben wird, kann er dann nicht mehr beeinflussen. Ihm bleibt nur zu hoffen, dass die Leser darauf reisen werden.
Die Messe:
Wenn Game-Charaktere, Gothic Lolitas und Furries die großen Bahnstationen bevölkern und man in Zügen und Bahnen kaum genug Platz zum Atmen hat, dann ist wieder einmal Buchmessezeit in Leipzig. Die größte Leser-Messe Deutschlands hat auch dieses Jahr eingeladen und Tausende folgten ihrem Ruf – trotz abermals gestiegener Eintrittspreise.
An den Samstagen ist es jedes Jahr besonders voll und warm. Freundliche Mitbesucher und liebevoll gestaltete Stände machen das allemal wett.
Um die vorderen Kassen zu entlasten, transportierten Busse Besucher bequem um das Gebäude zu den hinteren Kassen.
Die Lagepläne hätten besser verteilt und leichter auffindbar platziert sein können. Ich wurde zwei mal um meinen Plan gebeten, damit sich Besucher kurz orientieren konnte. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich auch mit dem Plan einige Male verlaufen habe.
Dieser kleine Bericht erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind die Bücher, Bilder und Stände, die mir aufgefallen sind. In Anbetracht der über 1000 Stände ein verschwindend geringer Teil – und ganz ohne die hunderten CosPlayer zu würdigen, die sich wie ein bunter Vogelschwarm um den Teich im Hof sammelten, richtig zu würdigen oder die atemberaubenden antiken Bibeln zu erwähnen.
Leider hatte ich nur einen Tag und ein Paar Füße zur Verfügung.
Am Ende rang mir doch die Mitarbeiterin des Esslinger-Verlags Bewunderung ab: Vier Tage Messe. Am Mittwoch Standaufbau ab 7 Uhr morgens und am Sonntagabend mit dem Flieger zurück nach Hause. Ich hoffe, alle Verlagsvertreter können diesem Stress ebenso etwas Gutes abgewinnen, haben Zeit gefunden ein wenig Leipzig zu sehen und freuen sich über den direkteren Kontakt zu Lesern, den die Leipziger Buchmesse bietet.

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